Sonntagsfrühstück, 4.August

Einen wunderschönen guten Morgen!

Dass der Klimawandel kein Phänomen ist, sondern unseren Gärtneralltag längst eingeholt hat, haben die meisten schon bemerkt. Auch in meinem Garten zeigt sich der Klimawandel, manche Sommer sind extrem und langanhaltend heiß oder fallen buchstäblich ins Wasser. In den Hitzesommer 2022 und 2023 konnte man viel über trockenheitsresistente Pflanzen, extreme Hitzewellen und Wassermangel lesen. Brauche ich wirklich einen englischen Rasen, wenn er im Sommer eh vertrocknet oder ist eine Kräuterwiese mit einheimischen Blühpflanzen besser. Wie viel Wasser steht mir zum Giessen noch zur Verfügung oder haben wir bald Verhältnisse wie zum Beispiel in Portugal. Hier ist die Wasserzufuhr gedrosselt und Gärten dürfen nur einmal pro Woche gegossen werden hat mir meine Freundin Manu, die dort mit ihrer Familie lebt, erzählt.

 

 

Viele Pflanzen haben unter der Hitze und Trockenheit der vergangenen Sommer gelitten – dieses Jahr ist es anders. Wassermangel haben wir den ganzen Sommer, gerade im Juni und Juli nicht. Doch mit einer richtigen Bepflanzung wird ein Garten für die Zukunft Klimafest, die Klimaerhitzung wird stark zunehmen. Zu dem Trockenkünstler im Beet zählten unter anderem Lavendel, Katzenminze oder Steppensalbei, Blauraute und natürlich alle Sedum Arten, wie zum Beispiel die Fette Henne. Für Steingärten (nicht zu vergleichen mit den Schottergärten) eignen sich Mauerpfeffer, Thymian. Storchschnabel oder Bergastern. Trockenheit, Hitze oder heftige Regengüsse, dass sich das Klima verändert, spüren wir auch im Garten. Im Gegensatz zum klassischen Steingarten in dem Pflanzen kultiviert werden, die auf kargem, nährstoffarmen Böden wachsen, besteht der Schottergarten vor allem aus Kies und Steinen in verschiedenen Größen und Formen. Zur Anlage eines Schottergarten wird der Mutterboden abgetragen, mit einem Vlies ausgelegt und mit Steinen aufgefüllt. Ein durchwachsen von Pflanzen ist ausgeschlossen und die Steine speichern die Hitze eines Sommertages bis tief in die Nacht. Bäume und Pflanzen kühlen dagegen Luft und Boden durch Beschattung und Verdunstung und schaffen so ein erträgliches Klima für Mensch und Tier. Dabei ist vielen Menschen nicht bewusst, wie wichtig Gärten für unser Ökosystem sind und besonders schön anzusehen ist ein Schottergarten auch nicht. Doch wie sagt man so schön: „Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters“.

Schon jetzt haben es sehr durstige Pflanzen und ein liebevoll, gepflegter Rasen schwer, denn Wasser wird zunehmend kostbarer, steht vielleicht zum Bewässern nicht mehr unbegrenzt zur Verfügung. Wer Pflanzen passend zum Standort auswählt, kann Gießwasser sparen. Gemüsebeete brauchen regelmäßig Wasser und in Regentonnen oder Zisternen lässt sich dafür Regenwasser für trockene Zeiten speichern und somit kostbares Trinkwasser sparen. Ein Teich ist bei Hitze eine willkommene Trinkstelle für Vögel, Insekten und Co. und kühlt zudem durch Verdunstung die Pflanzen in nächster Umgebung. Bäume und Sträucher spenden Schatten, produzieren Sauerstoff und über die Blätter verdunsten sie Wasser. Gleichzeitig belüften die weit verzweigten Wurzeln den Boden und ermöglichen, dass Niederschlag das Grundwasser erreichen kann. Bei Hitze lässt es sich unter einem Blätterdach gut aushalten, genauso gut wie unter einem Sonnenschirm. Der Laubbaum kostet nicht die Welt, bewirkt aber ausgesprochen viel. Wer einen Baum so pflanzt, dass er sich in alle Richtungen ausbreiten kann, hat für das Klima, mitsamt der Insektenwelt etwas Großartiges geschaffen.

Wünsche euch einen schönen Sonntag!